Kunst kaufen in Bern: 5 Franken pro Original für übrig
Wer in Bern Kunst kauft, kann damit auch helfen: Von jedem Original-Linolschnitt gehen CHF 5 an den Verein übrig. Warum gerade 5 Franken und wohin sie gehen.

Fünf Franken. In manchen Berner Einrichtungen bekommst du dafür wirklich eine Portion Essen, eine warme, ganze Portion.
Darum gehen von jedem Original-Linolschnitt, den du bei mir kaufst, CHF 5 an den Berner Verein übrig. Wenn du in Bern Kunst kaufen willst, die auch ein bisschen weiterwirkt, ist das meine ehrliche Antwort darauf. Und damit es von Anfang an klar ist: Ich habe übrig mitgegründet.
Warum gerade 5 Franken?
Ich hätte auch einen Prozentsatz nehmen können. Prozente klingen gross und sagen wenig.
Fünf Franken dagegen kann man sich vorstellen. Es ist ungefähr das, was in manchen Berner Einrichtungen eine Portion Essen kostet. Ein Blatt, das ich von Hand mit dem Baren abreibe, wird also zu einem Teller für jemanden in derselben Stadt. Mehr Rechnung braucht es für mich nicht.
Der Betrag kommt aus meinem Verkaufserlös. Du zahlst keinen Rappen mehr, und es gibt kein Kästchen, das du ankreuzen musst.
Ehrlich gesagt: Fünf Franken retten nicht die Welt. Aber jedes Original geht nur 30 Mal raus, danach zerschneide ich die Platte. Jedes dieser 30 Blätter trägt also eine Portion mit sich, und das gefällt mir mehr als ein grosses Versprechen.
Was ist übrig, und was passiert mit dem Geld?
übrig ist ein Verein aus Bern. Die Idee ist einfach: Was in einer Küche nach dem Service übrig bleibt, soll sicher weitergehen statt im Abfall zu landen. Gebaut habe ich das Werkzeug in Bern zusammen mit Freiwilligen.
So funktioniert es, in vier Schritten:
- Prüfen: Die Küche beantwortet sieben Hygiene-Fragen. Nur wenn alle mit Ja beantwortet sind, geht etwas raus.
- Meldung: Was ist es, wie viel, wann und wo kann man es abholen.
- Etikett: Kommt auf den Behälter, gleiche Form, gleiche Reihenfolge.
- Protokoll: Bleibt im Browser, damit beide Seiten wissen, was wann übergeben wurde.
Kein Konto, kein Server. Soziale Einrichtungen bestellen, was freigegeben ist, und ein Kurier mit dem Lastenrad bringt es hin, meist am selben Abend. So ist es gedacht. Der Pilot hat noch nicht begonnen, es fährt also noch kein Lastenrad mit Essen durch Bern. Ich will hier nichts schöner schreiben, als es ist.
Auf der Seite von übrig steht ein Satz, den ich mag: „Ein Abend übrig kostet elf Franken.“ So viel kostet ein E-Cargo-Bike von carvelo2go für drei Stunden, also eine Abholrunde. Zwei verkaufte Originale decken damit fast einen ganzen Abend.
Foodwaste in Bern und mehr: was Bärn Kit noch macht
Rund um übrig ist mit der Zeit Bärn Kit entstanden, eine Sammlung kleiner Gratis-Werkzeuge für Bern. Ohne Konto und ohne Tracking. Zwei davon liegen mir besonders nah.
Kunst in Bern: die Strasse als Galerie
Die Karte Kunst in Bern zeigt 493 Kunstwerke im öffentlichen Raum und 52 Galerien und Museen. Die Daten sind offene Daten der Stadt Bern. Mit „Kunst in der Nähe“ findest du das nächste Werk und den Fussweg dorthin.
Für mich als Linolschnitt-Mensch ist das fast ein Skizzenbuch. Der Kindlifresser auf dem Kornhausplatz, aus dem mein Blatt Der Brunnen geworden ist, hat dort auch seine eigene Seite. Die Geschichte dazu steht im Artikel über Berns Brunnen und den Kindlifresser.
Nachbarschaftshilfe in Bern: Hilfe-Brett und Treppenhaus-Zettel
Das Hilfe-Brett hat drei Wörter als Untertitel: fragen, helfen, leihen. Dazu gibt es den Treppenhaus-Zettel, ein Blatt für dein Haus. Oben steht „Ich kann helfen mit …“, darunter „Ich bräuchte Hilfe bei …“. Du tippst an, was passt, druckst den Zettel auf A4 aus und hängst ihn ins Treppenhaus.
Der Zettel geht in fünf Sprachen, unter anderem auf Ukrainisch und Slowakisch. Deine Angaben verlassen dein Gerät nicht. Für mich ist das das analoge Gegenstück zu einem Druck an der Wand: Papier, das Menschen im selben Haus zusammenbringt.
Gilt das auch für die 3D-Modelle?
Ja, ab dem 1. Dezember 2026 gehen auch von jedem verkauften 3D-Modell CHF 5 an übrig. Warum ein Linolschnitt-Atelier plötzlich Gebäude in 3D macht, erzähle ich im Artikel vom Linolschnitt zum 3D-Modell.
Zytglogge, Münster, Bundeshaus: Es sind dieselben Häuser, die ich sonst in Linien schneide. Dass auch sie ein paar Portionen Essen mittragen, war für mich keine lange Überlegung.
Kunst kaufen in Bern, die etwas zurückgibt
Ich mache Linolschnitte, weil mich das Schneiden beruhigt. Jede Linie ist endgültig, ein Schnitt lässt sich nicht zurücknehmen. Irgendwie passt das zu übrig: Was einmal gekocht ist, soll nicht einfach verschwinden.
Wenn du ein Original kaufst, hängst du dir ein Stück Bern an die Wand. Und irgendwo in derselben Stadt wird eine Portion Essen bezahlt.
Wenn du so ein Blatt suchst, schau dir Die Leiter oder alle Originale an. Und wie aus einer Zeichnung die vielen feinen Linien werden, liest du in diesem Artikel über die Linien.
Blätter in diesem Beitrag
Fragen
Wie viel geht von einem Original an übrig?
Von jedem verkauften Original-Linolschnitt gehen CHF 5 an den Berner Verein übrig. Ab dem 1. Dezember 2026 gilt das auch für jedes verkaufte 3D-Modell. Der Betrag kommt aus meinem Verkaufserlös, du zahlst nichts extra.
Was macht der Verein übrig?
übrig baut ein Gratis-Werkzeug im Browser, mit dem Küchen gekochte Reste sicher an soziale Einrichtungen weitergeben können. Dazu gehören die Gratis-Werkzeuge von Bärn Kit, etwa die Kunstkarte „Kunst in Bern“ und der Treppenhaus-Zettel für Nachbarschaftshilfe.
Laufen die Lieferungen mit dem Lastenrad schon?
Noch nicht. Das Werkzeug ist da, der Pilot mit Küchen, Einrichtungen und Lastenrad hat aber noch nicht begonnen.




